EC Kassel - EV Landberg 5:2 (2:0/1:2/2:0)
Das riecht nach 2 Minuten, wie Milan Mokros hier einen Landsberger (#11) von den Beinen holt (10.12.1993)

Im Portrait: Milan Mokros

Name: Milan Mokroš
Nummer: 2
Position: Verteidiger
Geburtsdatum: 04.07.1957
Geburtsort: Karviná, Tschechoslowakei
Spielzeiten in Kassel: 1991-1996, 2011
Spiele, Tore und Assists für Kassel:  249 (32/118)

Kaum ein Akteur hat die Kasseler Eishockeygeschichte so nachhaltig beeinflusst wie Milan Mokroš. Ob als Verteidiger in der 2. Bundesliga und DEL, als Chefcoach der ersten Mannschaft oder als langjähriger Nachwuchskoordinator der EJK – keiner steht so sehr für das Kasseler Eishockey und dessen Identität wie der gebürtige Tscheche. Dass Mokroš weiß was er seinen Schützlingen abverlangen kann, liegt in seiner eigenen Vergangenheit verankert. Beim heimischen TJ Vítkovice war Mokroš 1978 ins Profiteam berufen worden und errang als Stammverteidiger 1981 sogar die tschechoslowakische Meisterschaft. Doch der Eiserne Vorhang zwischen Ost und West stand Mokroš’ Traum von einer Karriere im Westen im Wege. Um diesen Traum zu verwirklichen, begab er sich im Sommer ’81 in Lebensgefahr und flüchtete Hals über Kopf nach West-Deutschland. Noch während ihm in Abwesenheit in seiner Heimat wegen Republikflucht der Prozess gemacht wurde, nahm Mokroš sein Glück selbst in die Hand. Der Sprung in die NHL blieb ihm zwar verwehrt, doch im Trikot der Düsseldorfer EG und der Frankfurter Eintracht machte er über 300 Spiele in Deutschlands Beletage. 1991 wechselte der Verteidiger zum EC Kassel in die 2. Bundesliga. Hier bildete er vor allem mit seinem Freund und Landsmann „Jaro“ Mucha ein erstklassiges Verteidigerpärchen und blieb den Huskies auch in der DEL bis zum Jahr 1996 treu. Für die Huskies absolvierte der Verteidiger 248 Spiele, erzielte dabei 32 Tore und legte 118 weitere auf. Nach dem Karriereende stieg Mokroš dann in die Nachwuchsarbeit der Nordhessen ein. Hier formte er mit nimmermüdem Eifer Nachwuchskräfte wie Manuel Klinge, Alexander Heinrich, Derek Dinger (Augsburger Panther) oder Moritz Müller (Kölner Haie) zu den Spielern, die sie heute sind. Und auch wenn die erste Mannschaft mal wieder Hilfe brauchte, sprang der sympathische Tscheche immer wieder ein. Sowohl 1998 als auch 2005 übernahm er Verantwortung als Cheftrainer. Auch 2010 war es Mokroš, der „seine Jungs“ durch die Hessenliga führte und dabei nicht nur für lang vergessene Euphorie im Umfeld, sondern auch für die Grundlage heutiger Erfolge sorgte. Im letzten Hessenliga-Auftritt gegen die 1b des EC Bad Nauheim streifte Mokroš sogar nochmal das Trikot der Huskies über und sorgte mit seinem letzten Auftritt im Rampenlicht für Gänsehautstimmung in der Eissporthalle.

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