ESG Kassel - Duisburger SC 9:2
Erst bremsen, dann springen: Fair Play im Eishockey, gezeigt von Mathias Kolodziejczak.

Im Portrait: Matthias Kolodziejczak

Nummer: 14 Position: Stürmer
Geburtsdatum: 21.03.1962
Geburtsort: Braunlage, Deutschland
Spielzeiten in Kassel: 1985-1991 / 2010-2011
Spiele, Tore und Assists für Kassel:  291 (85/114)

Aussichtslose Situationen bringen besondere Charaktere hervor. Einer aus eben dieser Kategorie ist der mittlerweile 55-jährige Matthias Kolodziejczak. Der Mann, der in seiner aktiven Zeit dank einer strahlend blonden Mähne auf dem Eis kaum zu verwechseln war, gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten, die das Kasseler Eishockey bis heute hervorgebracht hat. Das Eishockeyspielen lernte „Kollo“ in seiner Heimatstadt Braunlage. Von hier importierte er nicht nur seine Leidenschaft zur Jagd nach der schwarzen Hartgummischeibe, sondern auch die Liebe zum Harzer Kräuterlikör „Schierker Feuerstein“, die insbesondere „Kollos“ zahllosen Weggefährten zum Verhängnis wurde. Doch die größten Verdienste des Ex-Kapitäns liegen eindeutig auf dem Eis. Gleich zweimal führte er als Kapitän eine mit dem Rücken zur Wand stehende Kasseler Mannschaft zum Aufstieg. Dies gelang ihm sowohl mit den legendären „Eighty-Niners“ um Shane Tarves, Eric Thurston und Tim „Snoopy“ Schnobrich, als auch 2010/11 mit den „Young Huskies“ in der Hessenliga. Im zarten Alter von 23 Jahren war Kolodziejczak aus dem Harz an die Fulda gewechselt und hatte die Herzen der Fans und das Wohlwollen der Trainer mit seinem nimmermüden Einsatz für sich erobert. Egal ob im ersten oder dritten Sturm, mit verdrehtem Knie oder gebrochenem Finger – „Kollo“ gab immer alles. Bis auf ein kurzes Intermezzo beim EHC 80 Nürnberg (1988) spielte Kolodziejczak bis zu seinem vorläufigen Karriereende 1991 für ESG- und EC Kassel. Trotz seiner „neuen“ Karriere im Kasseler Rathaus, behielt „Kollo“ mit seiner Arbeit bei der EJ Kassel auch die Arbeit der nordhessischen Puckjäger im Blick. Als die Huskies nach verlorenem Vabanquespiel um die DEL-Lizenz im Sommer 2010 plötzlich ohne Mannschaft dastanden, war Kolodziejczak mal wieder einer der ersten, der in Bresche sprang und Verantwortung übernahm. Im Alter von 48 Jahren holte er die längst verstaubten Schlittschuhe aus dem Keller, streifte das blauweiße Dress über und führte – gemeinsam mit den Routiniers Shane Tarves, Ralf Hartfuß und Mario Feigl – die jungen Wilden zum Meistertitel in der Hessenliga. Seinen Einsatz bezahlte der Routinier übrigens mit einem im Training zugezogenen Mittelfußbruch, der ihn – ganz „Kollo“ jedoch nicht davon abhielt im entscheidenden Spitzenspiel gegen Mainz aufzulaufen.

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