Kassel Huskies - ERC Pohlheim 32:1 (9:0/9:0/14:1)
Eins seiner 4 Tore, die Shane Tarves als Dienstältester an diesem Abend beisteuerte.

Im Portrait: Shane Tarves – Shane the Train

Name: Shane Tarves
Nummer: 3
Position: Stürmer
Geburtsdatum: 10.04.1954
Geburtsort: Turner Valley, Alberta, Kanada
Spielzeiten in Kassel: 1980-1992 / 2010-2011
Spiele, Tore und Assists für Kassel:  528 (610/472)

Anekdoten über Shane „The Train“ Tarves erzählen sich die Kasseler Fans noch heute en masse. Zum Beispiel die, dass der junge Kanadier kurz nach seinem Wechsel vom EHC Essen zur ESG Kassel im Jahr 1980 mit seinem Auto in die Fußgängerzone der Königsstraße gefahren war und sich über die überrascht winkenden und staunenden Fußgänger wunderte. Doch die wirklich großen Fußspuren hinterließ der „Shaner“ zweifellos vor allem auf dem Eis. Kaum ein Spieler wirkte derart katalysierend auf die Entwicklung des Kasseler Eishockeys wie der sympathische Torjäger aus dem fernen Alberta. Tarves’ Erfahrung ist es zu verdanken, dass sich die ESG Kassel bereits kurz nach seiner Ankunft von einem häufig belächelten Provinzverein zu einem ambitionierten Zweitligisten entwickelte. Gleich in seinem ersten Spiel gegen den EC Nordhorn traf der „Shaner“ dreifach und bekam von HNA-Redakteur Gerald Schaumburg das Prädikat „Extraklasse“ verpasst. Doch Tarves’ Qualitäten waren nicht nur an Toren und Vorlagen zu messen. Der Kanadier schloss die Region Nordhessen mindestens genauso schnell in die Herzen, wie die Fans den quirligen Kanadier. So begleitete Tarves die Kasseler Vereine durch Auf- und Abstiege, mehrere Insolvenzen, feierte dabei große Siege und erlitt ebenso schmerzliche Niederlage. Zweifelsfrei bleibt die größte Tugend des Kanadiers jedoch die Treue zum Kasseler Eishockey. Bis 1992 stand Tarves in insgesamt 517 Spielen für die Kasseler Mannschaften auf dem Eis, traf exakt 599mal ins Schwarze und legte 452 weitere Treffer auf. Nach einem tränenreichen Good-Bye samt Abschiedsspiel ließ Tarves die Karriere beim 1. EV Weiden ausklingen, kehrte aber schon bald in die Region zurück. Als die Huskies ihre DEL-Lizenz durch eine neuerliche Insolvenz im Jahr 2010 verloren und folgend in die Hessenliga verbannt wurden, stand auch der damals 56-jährige Tarves sofort Gewehr bei Fuß und streifte an der Seite von seinen ehemaligen Weggefährten Mario Feigl, Matthias Kolodziejczak und Ralf Hartfuß eine ganze Saison lang das Trikot der Huskies über. Am Ende der Saison konnte sich Tarves nicht nur über die Meisterschaft und den gleichbedeutenden Aufstieg in die Oberliga-West freuen, sondern erreichte mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 6:0 gegen den ERC Pohlheim am 14.11.2010 als erster Spieler der Kasseler Eishockeygeschichte die magische Marke von 600 Toren. 2011 hängte der Routinier dann endgültig die Schlittschuhe an den Nagel und widmete sich wieder seiner Familie. Heute wohnt Tarves mit seiner Ehefrau und den gemeinsamen Kindern im nordhessischen Espenau und lässt sich hin und wieder auch noch in der Eishalle blicken.

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