Schon als Zehnjähriger gegen Kassel – Marcel Melichercik im Interview

Marcel, wo erreichen wir dich gerade und wie läuft’s mit dem Sommertraining?

Ich verbringe den Sommer in meiner Heimatstadt Poprad, mache mich allerdings schon bald auf den Weg nach Kosice um bei einem Eishockey-Camp als Torwartrainer mitzuwirken. Mein eigenes Training ist eigentlich jedes Jahr identisch. Um in möglichst guter körperlicher Verfassung zu bleiben trainiere ich schon direkt nach dem Saisonende jeden Tag. Dabei habe ich das Training zunächst auf die Schwachstellen meines Körpers fokussiert.

Deine Heimatstadt Poprad ist in der Eishockeywelt vor allem für die Brüder Peter und Miroslav Ihnacak bekannt. Wusstest du, dass beide während ihrer Karriere auch sehr lange in Deutschland gespielt haben? Vielleicht kannst ja auch du eines Tages auf eine sehr lange Karriere in Deutschland (vielleicht sogar Kassel) zurückschauen.

Als junger Spieler hatte ich eines Tages in Poprad das große Privileg, Miroaslav persönlich kennen zu lernen. Beide, Miroslav als auch Peter waren großartige Eishockeyspieler. Ich glaube, wir müssen mal schauen, aber Hey, warum nicht?

Stimmt es, dass wir es deine Eishockeykarriere einem ehemaligen Schulkameraden von dir zu verdanken haben, dass du inzwischen ein Eishockeyprofi bist? Wir haben gehört, er hat dich als ihr beide sechs Jahre wart, überredet mit zum Eishockeytraining zu gehen.

Ja, das stimmt. Ich glaube es war ein glücklicher Zufall, dass ich eigentlich gar nicht wirklich wusste, was ein Eishockeytorhüter macht. Ich habe es dann ausprobiert und jetzt, wo ich darüber nachdenke, sollte ich ihn wohl mal unbedingt zu einem Essen einladen.

Hattest du während deiner Jugendzeit ein Idol, zu dem du aufgeschaut hast?

Das war Martin Klempa, der damals Torhüter beim Profiteam in Poprad war, aber auch Torhütertrainer für viele Nachwuchstorhüter. Er war das Idol von vielen jungen Torhütern und auch mein absoluter Lieblingsspieler.

Wenn unsere Informationen stimmen, haben sich deine Wege bereits vor einigen Jahren mit Kassel gekreuzt. Im August 2010 hat die damalige DEL Mannschaft der Huskies beim Gassovia Cup in Kosice gegen deine damalige Mannchaft aus Poprad gespielt. Kannst du dich daran noch erinnern?

Da habt ihr mich jetzt erwischt! Ob ihr es glaubt oder nicht, aber ich konnte mich absolut nicht mehr an dieses Spiel erinnern und musste es eben erst einmal bei Google nachschauen! Aber zu meiner Ehrenrettung – ich war damals nur der Ersatztorhüter. Wir haben das Spiel 4 zu 8 verloren, also hatten entweder Kassel oder ich Glück, dass ich nur auf der Bank saß 😉

Dafür erinnere ich mich aber noch daran, dass ich als Zehnjähriger schon einmal gegen die Eishockeyjugend Kassel gespielt habe. Ich weiß nur leider nicht mehr, ob das Turnier in Kassel oder Tschechien war.

In der Saison 2014-2015 konntest du mit dem HC Kosice die slowakische Meisterschaft gewinnen. Bitte erzähle uns ein bisschen über diesen besonderen Erfolg – gibt es im slowakischen Eishockey zwischen Kosice und deiner Heimtstadt Poprad eine Rivalität?

Die Mannschaft damals bestand aus vielen großartigen Jungs und es hat sich toll angefühlt, ein Teil dieses Teams sein zu dürfen. Ich bin ein Teamspieler und daher hat mir der Gewinn des Titels wirklich unglaublich viel bedeutet. Um ehrlich zu sein, hätte ich natürlich in den PlayOffs auch gerne mehr gespielt, aber Alexander Hylak hat einen tollen Job gemacht und uns die Meisterschaft geholt.
Und ja –  Spiele zwischen Poprad und Kosice sind immer Derbys, egal, ob es das erste oder letzte Spiel der Saison ist. Ich glaube, diese beiden Mannschaften werden immer Rivalen bleiben.

Wie lauten deine Ziele für die kommende Saison?

Das ist eigentlich eine knifflige Frage und lasst mich euch erklären, warum dem so ist:
Natürlich könnte ich jetzt sagen, ich möchte bis ins Finale kommen, aber worauf es mir wirklich drauf ankommt ist es in jedem Spiel und Training alles zu geben. Ich nehme jedes einzelne Training ernst und möchte konstant hundert Prozent geben. Also würde ich sagen, ist es mein Ziel jeden Tag mein allerbestes zu geben und einfach eine Bereicherung für die Kassel Huskies zu sein.

Wie verbringst du am liebsten deine Freizeit und was für ein Mensch ist Marcel Melichercik abseits vom Eis?

Abseits vom Eis sehe ich mich in erster Linie als Vater und Ehemann und möchte möglichst viel Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Wenn es um meine persönlichen Charaktereigenschaften geht, dann versuche ich eigentlich wie auf dem Eis ein verlässlicher, ehrlicher und bescheidener Mensch zu sein.

Marcel, vielen Dank für das Interview!

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